Kinder und Süssigkeiten: Wie viel ist eigentlich okay?
Süssigkeiten gehören für viele Kinder einfach dazu. Ob ein Stück Schokolade, ein Gummibärchen oder ein kleines Stück Kuchen – Verbote machen Süssigkeiten oft erst recht interessant. Doch wie viel ist eigentlich okay und wie können Eltern einen entspannten Umgang mit Süssem schaffen?
Süssigkeiten müssen nicht verboten werden
Kinder dürfen lernen, dass Süssigkeiten ein Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein können. Entscheidend ist vor allem, dass sie nicht den grössten Teil des täglichen Speiseplans ausmachen.
Ein vollständiges Verbot kann dazu führen, dass Süssigkeiten für Kinder besonders spannend werden. Ein entspannter und bewusster Umgang kann dagegen helfen, ein gesundes Verhältnis zum Essen zu entwickeln.
Auf die Menge und den Alltag kommt es an
Für Kinder ist nicht entscheidend, jeden Tag exakt eine bestimmte Menge an Süssigkeiten zu essen. Viel wichtiger ist das gesamte Ernährungsverhalten.
Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte oder andere nährstoffreiche Lebensmittel sollten regelmässig auf dem Speiseplan stehen. Süssigkeiten können dabei gelegentlich und in kleinen Mengen ihren Platz finden.
Auch Getränke spielen eine wichtige Rolle. Wasser sollte im Alltag das wichtigste Getränk sein, während süsse Getränke eher eine Ausnahme bleiben sollten.
Süssigkeiten nicht als Belohnung einsetzen
„Wenn du dein Gemüse aufisst, bekommst du ein Gummibärchen.“
Solche Sätze kennen viele Eltern. Was im Alltag praktisch erscheint, kann jedoch dazu führen, dass Kinder Süssigkeiten als besonders wertvoll wahrnehmen und andere Lebensmittel als etwas sehen, das sie erst „verdienen“ müssen.
Besser ist es, Essen möglichst neutral zu behandeln. Gemüse muss nicht aufgegessen werden, um anschliessend etwas Süsses zu bekommen.
Gemeinsam statt Verbote
Kinder lernen auch beim Beobachten. Wenn Eltern selbst einen entspannten Umgang mit Süssigkeiten vorleben, können Kinder diesen Umgang nach und nach übernehmen.
Auch gemeinsame Rituale können helfen. Zum Beispiel kann es am Wochenende ein kleines Dessert geben oder bei einem besonderen Anlass darf das Kind selbst etwas Süsses auswählen.
So lernen Kinder: Süssigkeiten sind etwas Besonderes, aber nichts Verbotenes.
Kein schlechtes Gewissen beim Essen
Ein Stück Schokolade oder ein Eis bedeutet nicht, dass sich ein Kind „ungesund“ ernährt. Einzelne Lebensmittel entscheiden nicht darüber, ob eine Ernährung ausgewogen ist.
Es geht vielmehr um das Gesamtbild: abwechslungsreiche Lebensmittel, ausreichend Bewegung, genügend Flüssigkeit und eine entspannte Atmosphäre rund ums Essen.
Was können Eltern im Alltag tun?
Ein paar einfache Grundsätze können helfen:
- Süssigkeiten nicht komplett verbieten
- Kleine Mengen bewusst anbieten
- Süssigkeiten nicht als Belohnung oder Bestrafung verwenden
- Wasser als alltägliches Getränk anbieten
- Abwechslungsreiche Mahlzeiten ermöglichen
- Kindern ein gutes Vorbild sein
- Kein Druck und kein schlechtes Gewissen beim Essen
Ein entspannter Umgang ist das Ziel
Kinder müssen nicht lernen, Süssigkeiten zu vermeiden. Sie dürfen vielmehr lernen, verschiedene Lebensmittel kennenzulernen und ein Gefühl für ihren eigenen Körper und ihre Bedürfnisse zu entwickeln.
Auch in der Spielgruppe Safari möchten wir Kindern einen positiven und entspannten Zugang zum Thema Ernährung vermitteln. Gemeinsame Mahlzeiten und Znüni sind für uns nicht nur eine Pause, sondern auch eine Gelegenheit, Lebensmittel zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und Selbstständigkeit zu fördern.
Gesunde Ernährung bedeutet nicht, auf alles Süsse zu verzichten. Es geht darum, eine ausgewogene Balance zu finden und Essen ohne Druck und schlechtes Gewissen zu erleben.
